
Zum 90. Geburtstag waren wir in den USA und haben bedeutende Orte von Sinatra besucht. Hier gibt es das exklusive Material zum Leben und Sterben des grössten Sängers aller Zeiten.
Um den Menschen Frank Sinatra zu begreifen ist ein Besuch in dem Hafenstädtchen Hoboken (New Jersey/USA) zu empfehlen. Hier ist er geboren und aufgewachsen. Als kleiner Junge stand er sehr oft im Hafen und hat rübergeschaut auf die Skyline der grossen Stadt New York.
Ihm war klar, dort wollte er hin, in die Welt der Schönen und Reichen, in die Welt der Musik und Show. Er wollte der grösste Sänger aller Zeiten werden. „Meine Karriere begann mit einer 4-cent-Fährfahrt quer über den Hudsonriver nach New York“ scherzte Sinatra später immer wieder bei seinen Konzerten.
Der Geist Sinatras ist in Hoboken heute immer noch überall gegenwärtig. Es gibt viele Plätze, die an „Ihn“ erinnern. Wir treffen zufällig eine alte Dame in der Garden Street. Nummer 841, hier lebte Frank mit seinen Eltern bis er 19 Jahre alt war. Ihren Namen will sie uns leider nicht verraten. Bei der Frage nach Sinatra bekommt sie glänzende Augen. „Frankie,…oh ja … den kannten wir alle … er war einer von uns…“ sagt sie stolz. „Ich bin einige Jahre jünger als er. Erst fand ich ihn furchtbar, ...weil er so ein Angeber war... alle meine Freundinnen fanden ihn furchtbar! Wie er dann seine ersten Auftritte hier in der „Halle“ hatte, da begannen wir für Ihn zu schwärmen, natürlich erst heimlich … das war ja damals noch nicht so …verstehen sie?“ sie lächelt. „Doch er sah schon als junger Kerl umwerfend aus, … er hatte so eine Aura, wissen Sie? … ich habe mir dann ein paar seiner Platten gekauft … mehr nicht.“ Sie schaut einen Moment an uns vorbei die Strasse entlang. „Und wie er dann im Fernsehen war, da habe ich zu meinen Freunden gesagt, das ist Frankie, Frank Sinatra … er ist aus Hoboken, und ich kenne ihn aus meiner Jugend … ich war sehr stolz darauf ihn zu kennen…“.
In der Monroe-Street 415 hat alles angefangen. Heute erinnert dort nur noch eine Bronzeplatte auf dem Gehsteig daran. Das Geburtshaus wurde nach einem Grossfeuer 1967 abgerissen. Leider wurde 2003 auch der kleine Ausstellungsraum mit der Aufschrift „From Here To Eternity“ geschlossen.
Am 12.12.1915 nachts um Halb eins erblickte hier der kleine Francis Albert Sinatra das Licht der Welt. Bei der Geburt kam es zu Komplikationen, er konnte nur mit Gewalt entbunden werden, sein linkes Ohr wurde dabei zur Hälfte abgerissen, der Neugeborene atmete nicht. Der Arzt hatte ihn bereits aufgegeben, nur die Oma fasste sich ein Herz und tauchte den kleinen in kaltes Wasser, bis er schrie.
„The Voice“ war geboren.
In der St.Francis Kirche 2 Häuser-Blocks weiter wurde er getauft. Die Kirche liegt inmitten des italienischen Viertels von Hoboken. Wenn man ihr heute einen Besuch abstattet trifft man eigentlich immer ältere Italiener,welche in der Kirche ihr Gebet sprechen. Im Eingangsbereich steht eine Sammeldose mit der Aufschrift: „Pennies from Heaven“ – ist das Zufall? So hiess doch einer seiner Songs.
Der Kleine Sinatra sollte eigentlich wie sein Vater Martin Albert Sinatra heissen. Aber alles kam anders.
Seine Mutter Natalie „Dolly“ Sinatra – politisch sehr aktiv - war darauf bedacht die geschäftlichen Kontakte ihres Mannes zu nutzen und so wurde Francis Garrick, der befreundete Kreisleiter der regionalen Zeitung zum Taufpaten. Während der Zeremonie verwechselte der Priester die beiden Vornamen der anwesenden Männer, und so hieß der kleine dann eben Francis Albert Sinatra.
Hier rechts sehen Sie eine Kopie von Franks Taufurkunde
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